Bauen unter Verkehr

Die Planung war das eine – doch sie muss auch umgesetzt werden. Die grosse Herausforderung bei der Realisierung der Glattalbahn bestand darin, dass die gesamte Anlage «unter laufendem Verkehr» gebaut werden musste. Die Bauarbeiten durften weder den öffentlichen noch den motorisierten Individualverkehr grundlegend beeinträchtigen. Während der Durchgangsverkehr mittel- oder grossräumig um die Baustellen umgeleitet wurde, mussten die Zufahrten zu den zahlreichen Anrainern jederzeit möglich sein. Nicht auf allen Verkehrsflächen konnte deshalb gleichzeitig gebaut werden, was eine minutiöse Planung der Bauprogramme erforderte.

Bauen unter Betrieb
(Bild Ernst Basler + Partner AG – Für Grossansicht aufs Bild klicken)
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Übersicht über die Bauarbeiten Glattalbahn (Sommer 2008 bis Sommer 2010)


Übergeordnetes Verkehrsführungskonzept

Insbesondere die dritte Bauetappe der Glattalbahn führte praktisch durchgehend durch intensiv genutzte Stadt- und Verkehrsräume. Bereits vor Baubeginn bildeten sich auf dem betroffenen Strassennetz zeitweilig Staus. Die Baustellen der Glattalbahn drohten zusätzliche Behinderungen mit sich zu bringen.

Eine Arbeitsgruppe von Verkehrsspezialisten und Vertretern des kantonalen Tiefbauamts, der betroffenen Städte/Gemeinden, Busbetreiber und der Kantonspolizei entwickelte deshalb vor Beginn der Bauarbeiten ein übergeordnetes Verkehrsführungskonzept » . Die Gruppe hatte sich zum Ziel gesetzt, die Verkehrsbeeinträchtigungen zu minimieren, die optimale Ausgestaltung der Verkehrsführung bei den lokalen Bauphasen zu unterstützen, Voraussetzungen für einen möglichst störungsfreien Busbetrieb zu schaffen und Ausweichverkehr in sensible Quartiere zu unterbinden.


Bauen unter Betrieb
(Bild Ernst Basler + Partner AG – Für Grossansicht aufs Bild klicken)
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Übersicht über die Verkehrssituation und die empfohlenen Umfahrungsrouten
während des Baus der dritten Etappe der Glattalbahn

Eine wesentliche Massnahme dazu war ein umfassendes Informationskonzept (Internet, Newsmail, Informationsschreiben, Medienanlässe, Anwohnerinformationsveranstaltungen und Mittagstische sowie Informationstafeln entlang der Strassen).
Damit für die Buslinien im Bereich der Baustellen keine grösseren Verlustzeiten entstanden, wurden Busrouten teilweise angepasst und der Betrieb mit weiteren Massnahmen (z.B. Priorisierungen an Lichtsignalanlagen, separate Busspuren) laufend optimiert.

Die Massnahmen im Rahmen des übergeordneten Verkehrsführungskonzeptes » zeigten den gewünschten Erfolg. Trotz temporären Kapazitätsminderungen auf den betroffenen Strassen waren nur selten grössere Verkehrsbehinderungen als vor Baubeginn zu beobachten.