Konventionelle Stadtbahn statt futuristisches Transportmittel

Beim Eintrag in den Richtplan 1995 war der Systementscheid des neuen Mittelverteilers noch nicht gefällt. Die definitive Evaluation wurde erst im Jahr 1996 durchgeführt. Sie umfasste folgende zwei Schritte:

  • Vorselektion: Reduktion der zur Diskussion stehenden Systeme auf zwei, nach der Methodik der Nutzwertanalyse. Zur Diskussion standen eine meter- oder normalspurige Stadtbahn, VAL, City Rider, Monorail oder ein Hochbahnsystem.
  • Hauptevaluation der zwei verbliebenen Systeme Hochbahn und meterspurige Stadtbahn nach der Methode der «Standardisierten Bewertung von Verkehrswegeinvestitionen des öffentlichen Personennahverkehrs», Hrsg. Bundesminister für Verkehr, Deutschland (adaptiert auf Schweizer Verhältnisse).

Als beste Variante erwies sich das System einer «meterspurigen, grundsätzlich eigentrassierten, bei Bedarf aber mischflächenverträglichen Stadtbahn». Dies entsprach einer teilweise im Strassenverkehrsbereich verlaufenden Schmalspurbahn – wenn auch auf dem modernsten Stand der Technik –, wie man sie in der Agglomeration von Zürich mit der Forchbahn oder der Bremgarten-Dietikon-Bahn bereits kannte.

Die Hauptvorteile der Stadtbahn liegen bei der Etappierbarkeit, der Möglichkeit der Liniendurchbindung mit dem bestehenden Tramnetz der Stadt Zürich sowie der optimalen Vernetzbarkeit mit den bereits bestehenden öffentlichen Verkehrsmitteln in der Region (S-Bahn, Regional- und Ortsbusse). Weiter lassen sich die Haltestellen der Stadtbahn auf der städtischen Hauptebene und damit auch der Fussgängerebene anordnen. Den künftigen Fahrgästen bieten sich so kurze Wege und ein optimaler Erreichbarkeits- und Zugangskomfort an. Hinzu kam, dass die technischen Risiken und Unwägbarkeiten bei unkonventionellen Transportsystemen aufgrund ihres Pioniercharakters deutlich höher einzuschätzen waren und somit das übergeordnete Ziel der zeitgerechten Bereitstellung gefährdet war.

Gestützt auf den Evaluationsbericht entschied der Zürcher Verkehrsrat am 6. Juni 1996‚ als künftiges Verkehrssystem für den Mittelverteiler Glattal eine mischflächenverträgliche meterspurige Stadtbahn zu wählen.

Mit dem Richtplaneintrag und dem Systementscheid für eine weitgehend eigentrassierte Stadtbahn waren die Eckwerte für die Aufnahme der Projektierungsarbeiten 1999 definiert.