Wasser versteht man nur, wenn man es beobachtet. So beschreibt Markus Schwalt seinen Beruf als Wasserbauingenieur. Bei der Glattalbahn-Verlängerung Kloten hat er den Entlastungsstollen für den Hochwasserschutz geplant. 
Aufgewachsen ist Markus ist im Vinschgau, einem trockenen Tal in Südtirol, in dem Wasser seit jeher kostbar ist. Vermutlich begann dort seine Faszination für den Wasserbau: «Mich begeistert die Dynamik, die Komplexität und auch die Gewalt, die Wasser entwickeln kann, wenn es unkontrolliert ist», sagt er.

Sein Weg führte ihn zum Studium an der Universität Innsbruck und später zur Dissertation an der ETH Zürich. In zahlreichen Modellversuchen hat er beobachtet, wie sich Wasser verhält – und so ein feines Gespür dafür entwickelt. Seit bald fünf Jahren arbeitet er für das Ingenieurbüro IM Maggia Engineering SA. Beim Projekt Glattalbahn-Verlängerung Kloten brachte er dieses Wissen in die Planung des Entlastungsstollen ein.

🎙️Reinhören: Wieso ist der Entlastungsstollen die beste Lösung?

Komplexer als der Gotthard-Basistunnel
Für Markus ist der Entlastungsstollen im Grunde eine Hochwasserumfahrung für Kloten. Das klingt einfach – ist es aber nicht. Denn der Stollen ist Teil eines hochkomplexen Gesamtprojekts. «Mit all den Brücken, dem Hochwasserschutz, der Bahntechnik und zahlreichen Schnittstellen ist das Projekt aus meiner Sicht komplexer als der Gotthard-Basistunnel», sagt er.

🎙️Reinhören: Wie beeinflusst der Stollen den Wasserstand im Altbach?

Gerade im dicht bebauten, innerstädtischen Raum – und parallel zu den Bauarbeiten an der Oberfläche – treffen viele Interessen aufeinander. Eine der grössten Herausforderungen bestand deshalb darin, alle diese Anforderungen zusammenzubringen und eine Lösung zu entwickeln, die für alle funktioniert.

🎙️Reinhören: Was war die grösste Herausforderung beim Planen des Entlastungsstollens?

Bauen, ohne dass oben alles stillsteht
Der Stollen wird im Microtunneling-Verfahren gebaut. Dabei wird ein Rohr unterirdisch vorgetrieben: Der Boden davor wird ausgehoben und direkt durch das Rohr ersetzt. Diese Methode braucht während Bau und Betrieb wenig Platz an der Oberfläche – und eröffnet gleichzeitig die Möglichkeit, Altbach und Bedenseebach zu renaturieren. Technisch anspruchsvoll, aber oberirdisch kaum spürbar. Ein grosser Vorteil für die Bevölkerung von Kloten.

🎙️Reinhören: Ein Erfolg, auf den Markus stolz ist?

Vielleicht ist es genau diese Mischung aus wissenschaftlicher Präzision und echter Faszination, die seine Arbeit ausmacht. Oder, wie er es selbst sagt: Verstehen durch Beobachtung – und daraus entsteht Intuition. 

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Über das Format
In der Videoserie «Blickwinkel» lernen wir die Menschen hinter der Glattalbahn-Verlängerung Kloten kennen. In kurzweiligen Clips erzählen Expertinnen und Experten, welche Aufgaben sie im Projekt übernehmen, was sie antreibt und welchen Herausforderungen sie begegnen. Die Serie gewährt einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des Grossprojekts und macht sichtbar, wie viel Know-how und Engagement hinter der Realisierung des bedeutenden Infrastrukturprojekts steckt.